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Warum ich nichts mehr fühle – emotionale Leere bei BPS und kPTBS erklärt

Hallo ihr Lieben ❤️


Manchmal ist es nicht die Traurigkeit, die am meisten auffällt. Sondern genau das Gegenteil.

Nichts zu fühlen.

Keine Freude. Keine Wut. Keine Traurigkeit. Kein richtiges Interesse.

Einfach… Leere.

Und genau darüber möchte ich heute sprechen. Über ein Symptom, das viele von uns kennen, aber oft schwer in Worte fassen können, die emotionale Leere bei BPS und kPTBS.


Was ist emotionale Leere bei BPS und kPTBS überhaupt?

Emotionale Leere bedeutet nicht, dass „gar nichts da ist“.

Sondern eher, dass sich innen alles abgeschnitten, dumpf oder bedeutungslos anfühlt.

Ich erlebe es so:

  • als wäre ich innerlich taub

  • als würde ich neben mir stehen

  • als hätte alles seinen Wert verloren

  • als wäre ich einfach nur „da“, aber nicht wirklich lebendig


Es ist kein klarer Schmerz. Keine klare Emotion. Und genau das macht es so schwer greifbar.

Denn während starke Gefühle zumindest eine Richtung geben, ist Leere einfach… richtungslos.


Warum entsteht diese Leere?

Diese emotionale Leere ist kein Zufall und auch kein Zeichen dafür, dass mit mir grundsätzlich etwas „falsch“ ist.

Sie ist eine Reaktion meines Nervensystems.


1. Schutz vor Überforderung

Menschen mit Borderline erleben Gefühle oft extrem intensiv. Sehr schnell. Sehr stark. Sehr überwältigend. Mein Nervensystem ist dadurch oft in Alarmbereitschaft. Und irgendwann kommt ein Punkt, an dem mein System sagt: „Das ist zu viel.“

Dann passiert etwas Entscheidendes: Es fährt runter. Nicht sanft, sondern radikal.

Statt intensiver Gefühle kommt dann: Leere.

Das ist kein Versagen. Das ist ein Schutzmechanismus.


2. Dauerstress bei kPTBS

Menschen mit kPTBS haben oft über lange Zeit in einem Zustand von Stress oder Anspannung gelebt.

Wenn dieser Zustand zu lange anhält, kann mein Körper in eine Art „Shutdown-Modus“ gehen.

Das bedeutet für mich:

  • weniger Emotionen

  • weniger Energie

  • weniger Zugang zu sich selbst

Das Ziel davon ist simpel: Überleben. Nicht fühlen.


3. Dissoziation

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die sogenannte Dissoziation.

Das bedeutet, dass sich mein Erleben von mir selbst oder meiner Umgebung abspaltet.

Das kann sich so anfühlen:

  • wie durch eine Glasscheibe leben

  • nicht richtig im eigenen Körper sein

  • alles wirkt unreal oder weit weg

Emotionale Leere ist oft eng damit verbunden.

Denn wenn ich innerlich „abgetrennt“ bin, kann ich auch weniger fühlen.


Wie sich diese Leere für mich anfühlt

Diese Leere macht mir nicht unbedingt Angst. Sie ist eher… anstrengend.

Weil alles gleichgültig wird. Weil mir Dinge egal werden, die mir eigentlich wichtig sind. Weil ich lustlos werde und nichts mehr Spass macht. Weil ich die Verbindung zu meinen Gefühlen verliere. Und dadurch auch ein Stück weit die Verbindung zu meiner Umgebung und zu anderen Menschen.

Es ist nicht laut. Es ist nicht dramatisch. Es ist einfach… egal. Und genau das kann gefährlich sein.

Denn wenn ich nichts fühle, fühle ich auch keine Angst. Kein inneres Stoppsignal. Es ist einfach alles gleichgültig. Und das ist meine Erfahrung, nicht etwas, das für alle gleich sein muss.


Ein wichtiger Punkt, den viele nicht wissen

Emotionale Leere bedeutet nicht, dass keine Gefühle da sind. Sondern oft, dass sie nicht zugänglich sind.

Sie sind wie hinter einer Wand. Nicht weg. Aber gerade nicht erreichbar.


Eine Person steht vor einer grauen Wand und berührt sie vorsichtig mit den Händen, während auf der anderen Seite verschwommen verschiedene Gefühle wie Liebe, Nähe und Sturm sichtbar sind, aber unerreichbar bleiben.

Warum das Verständnis so wichtig ist

Wenn ich denke, dass diese Leere bedeutet, dass mit mir etwas nicht stimmt, entsteht Druck.

Dann will ich etwas fühlen. Dann will ich „wieder normal“ sein. Und genau dieser Druck kann die Leere noch verstärken.

Wenn ich aber akzeptiere: Das ist mein Nervensystem. Das ist ein Schutz. Das hat einen Grund.

Dann verändert sich etwas. Nicht sofort die Leere selbst. Aber mein Umgang damit.


Zum Schluss

Emotionale Leere ist eines der stillsten Symptome. Und gleichzeitig eines der belastendsten. Weil es von aussen kaum jemand sieht. Weil es schwer zu erklären ist. Und weil es sich so endgültig anfühlen kann.

Aber sie ist nicht endgültig. Auch wenn es sich genau so anfühlt.


Ich hoffe, ich konnte euch dieses Symptom etwas verständlicher machen und euch zeigen, dass hinter dieser Leere ein System steckt, das versucht, mich zu schützen, auch wenn es sich gerade überhaupt nicht so anfühlt.


Ich wünsche euch noch einen schönen Tag und passt auf Euch auf! ❤️

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