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Immer zweite Wahl – wie sich Freundschaft für mich anfühlt

Hallo ihr Lieben ❤️


Ich habe lange gedacht, ich hätte eine beste Freundin. So dieses sichere Gefühl, dass da jemand ist, der mich wirklich sieht. Jemand, der an mich denkt, ohne dass ich mich immer wieder in Erinnerung bringen muss. Und je mehr Zeit vergeht, desto mehr merke ich, dass das vielleicht eher eine Vorstellung war als Realität. Denn wenn ich ehrlich bin, fühlt sich Freundschaft für mich oft ganz anders an.

Es fühlt sich an wie warten. Warten, dass jemand schreibt. Warten, dass jemand fragt. Warten, dass jemand mich auswählt. Und ganz oft passiert genau das nicht.


Geburtstage sind für mich ein besonders schmerzhafter Punkt. Nicht, weil ich riesige Erwartungen habe. Sondern weil eigentlich gar nichts passiert. Kein „lass uns was machen“, kein „ich hab mir was überlegt für dich“. Meistens sind es ein paar Nachrichten. Vielleicht. Aber niemand ruft an. Niemand organisiert etwas. Niemand hat wirklich das Bedürfnis, diesen Tag mit mir zu verbringen.

Und jedes Jahr trifft mich genau das wieder. Dieses Gefühl, nicht wichtig zu sein.


Und es hört nicht beim Geburtstag auf. Mich fragt auch niemand, ob ich mit in den Urlaub will. So ein typischer Mädelsurlaub… das gibt es bei mir nicht. Ich wurde noch nie gefragt. Und wenn solche Dinge passieren, dann eben mit anderen.


Ich weiss nicht mal, wen ich fragen würde, wenn es um wirklich grosse Dinge geht. Wer wäre meine Trauzeugin? Wer würde an meinen Junggesellinnenabschied kommen?

Wenn ich ehrlich bin, fallen mir vielleicht zwei Menschen ein. Und selbst da ist dieses „wenn sie Zeit hätten“.

Und das tut weh.


Denn Freundschaft sollte sich nicht wie ein „wenn“ anfühlen.

Ich habe oft das Gefühl, ich bin immer nur zweite, dritte oder vierte Wahl. Ich bin da, wenn man mich braucht. Vielleicht. Aber ich bin selten die Person, die aktiv gewählt wird. Selten die, an die man als erstes denkt. Und noch schlimmer ist dieser Gedanke, der sich immer wieder einschleicht.

Dass es vielleicht einfach an mir liegt.

Weil ich schwierig bin.

Weil ich emotional bin.

Weil ich nicht immer leicht bin.

Weil ich oft mit mir selbst kämpfe.

Freundschaft mit mir ist nicht immer locker und unbeschwert. Es ist nicht immer lustig. Es ist anstrengend. Es ist manchmal intensiv. Und ich weiss das. Deshalb habe ich angefangen, weniger von mir zu erzählen, wie es mir wirklich geht, vorsichtig zu sein, was ich sage, ob ich überhaupt etwas sage und ob ich wirklich ehrlich bin. Ich behalte oft Dinge für mich, auch in meiner Beziehung, einfach um niemandem auf die Nerven zu gehen, nicht ständig nervig zu sein, nicht zu viel Raum einzunehmen. Manchmal klappt es besser, manchmal weniger.


Und gleichzeitig gibt es da noch eine andere Seite.

Die unbequeme. Die, die ich nicht einfach ignorieren kann.

Ich melde mich selbst oft nicht.

Nicht, weil ich nicht will. Sondern weil ich mich nicht aufdrängen möchte. Weil ich weiss, dass die anderen ihr Leben haben, ihre Freunde, ihre Pläne. Und ich möchte nicht die sein, die ständig fragt, ob jemand Zeit hat. Nicht die, die hundertmal nachhakt und am Ende doch wieder das Gefühl hat, eigentlich nicht wirklich eingeplant zu sein.

Klar könnte ich schreiben. Klar könnte ich fragen. Aber darum geht es gar nicht. Es geht nicht darum, ob ich Initiative zeigen kann. Es geht darum, dass ich mir wünsche, dass es auch von der anderen Seite kommt.

Dass sich jemand um mich schert. Dass jemand an mich denkt. Dass jemand mich aktiv in seinem Leben haben will.

Und nicht nur einmal im Quartal.

Sondern so, dass es sich nach echter Verbindung anfühlt.


Und genau da wird es kompliziert.

Ich merke, dass ich selbst Teil dieses Kreislaufs bin. Ich ziehe mich zurück, weil ich mich nicht aufdrängen will. Und genau dadurch werde ich weniger präsent. Weniger sichtbar. Weniger „da“.

Und gleichzeitig bestätigt genau das wieder das Gefühl, nicht wichtig zu sein.

Es ist wie ein stiller Kreislauf, aus dem ich selbst nicht richtig rauskomme.


Ich habe lange geglaubt, dass sich eine beste Freundin wirklich für einen interessiert. Für die Gefühle, aber auch für das Leben dahinter. Für das, was man macht, was einem wichtig ist, was einen ausmacht. Und ich merke immer mehr, dass genau das oft nicht so ist, wie ich es mir vorgestellt habe.


Und immer mehr kommt noch ein anderer Gedanke auf, der richtig weh tut.

Vielleicht erwarte ich einfach zu viel. Vielleicht ist dieses Bild von Freundschaft, das ich habe, zu intensiv. Zu nah. Zu… viel.

Vielleicht gibt es diese Art von „beste Freundin“, wie ich sie mir wünsche, in dieser Form gar nicht. Oder nicht für mich.

Vielleicht ist genau das die perfide Illusion.

Und dieser Gedanke ist fast noch schwerer auszuhalten als die Einsamkeit selbst.

Weil er alles infrage stellt. Nicht nur die anderen. Sondern auch mich.

Weil dann bleibt am Ende diese leise Frage: Bin ich einfach zu viel für das, was Freundschaft für andere ist?

Ich versuche, einfacher zu sein. Unkomplizierter. Weniger Raum einzunehmen.

Und gleichzeitig macht genau das mich immer unsichtbarer.

Und am Ende bleibt dieses Gefühl:

Nicht gewählt zu werden.

Nicht wirklich dazuzugehören.

Nicht wichtig zu sein.

Und trotzdem ist da dieser Wunsch nach etwas Echtem, nach etwas Gegenseitigem. Nach einer Freundschaft, die sich nicht einseitig anfühlt.

Nicht perfekt. Nicht ständig. Aber so, dass man sich nicht fragen muss, ob man überhaupt einen Platz hat.


Eine erwachsene Frau sitzt nachdenklich auf ihrem Bett in einem dimm beleuchteten Zimmer und blickt zum Fenster hinaus, die Stimmung wirkt ruhig, schwer und in sich gekehrt.

Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem ich gerade stehe.

Zwischen dem, was ich mir wünsche und dem, was sich real anfühlt.

Und vielleicht gehört auch das dazu, es überhaupt erst mal klar zu sehen.

Auch wenn es weh tut.


Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, wie sich Freundschaft für mich im Moment anfühlt. Vielleicht erkennt sich der ein oder andere darin wieder. Und vielleicht hilft es ein kleines bisschen, zu verstehen, dass solche Gedanken existieren, auch wenn man sie selten laut ausspricht...


Habt einen schönen Tag und passt auf euch auf! ❤️

1 Kommentar

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Glücksbärchen
04. Mai
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Auch wenn sich gerade niemand meldet, heisst das nicht, dass du unwichtig bist. Du bist wertvoll, liebenswert und ganz sicher nicht allein, manchmal sehen die richtigen Menschen nur noch nicht, wie sehr du fehlst.

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