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Hilfe und
Anlaufstellen

Hilfe bei psychischen Krisen und Belastungen

 

Manchmal wird alles zu viel. Vielleicht merkst du, dass es dir psychisch immer schlechter geht. Vielleicht befindest du dich in einer akuten Krise, hast Angst vor deinen eigenen Gedanken oder weisst nicht, an wen du dich wenden kannst.

Auf dieser Seite findest du erste Orientierung und Hilfsangebote für die Schweiz, Deutschland und Österreich. Dazu gehören Notfallnummern, telefonische Beratungen, Chats, Kriseninterventionsstellen sowie Möglichkeiten, eine Psychotherapeutin, einen Psychotherapeuten oder eine andere geeignete Fachperson zu finden.

Du musst nicht erst „krank genug“ sein, um dir Hilfe holen zu dürfen. Auch wenn du unsicher bist, ob deine Situation schlimm genug ist, darfst du dich an eine Beratungsstelle oder eine Fachperson wenden.

Wenn du gerade akut gefährdet bist

Wenn du befürchtest, dir selbst oder einer anderen Person unmittelbar etwas anzutun, wenn du bereits etwas eingenommen oder dich schwer verletzt hast oder wenn du nicht mehr sicher allein bleiben kannst, rufe bitte sofort den Rettungsdienst.

  • Schweiz: 144

  • Deutschland: 112

  • Österreich: 144 oder 112

  • Europäische Notrufnummer: 112

Du kannst auch direkt zur nächsten psychiatrischen Notfallstation oder in die Notaufnahme eines Spitals beziehungsweise Krankenhauses gehen. Wenn es möglich ist, bleibe nicht allein. Informiere eine vertraute Person und sage möglichst deutlich: „Ich bin gerade nicht sicher allein und brauche sofort Unterstützung.“

Wenn du selbst nicht anrufen kannst, bitte eine andere Person, den Anruf für dich zu übernehmen oder bei dir zu bleiben.

Was gilt überhaupt als psychische Krise?

Eine psychische Krise kann entstehen, wenn die momentane Belastung grösser ist als die eigenen Möglichkeiten, damit umzugehen. Sie kann plötzlich auftreten oder sich über längere Zeit entwickeln.

Mögliche Anzeichen sind zum Beispiel:

  • das Gefühl, nicht mehr weiterzuwissen

  • starke Angst, Panik oder Verzweiflung

  • das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren

  • Suizidgedanken oder der Wunsch, nicht mehr leben zu wollen

  • Gedanken oder Impulse, sich selbst oder anderen etwas anzutun

  • schwere Selbstverletzungen

  • starke Verwirrtheit oder Realitätsverlust

  • Stimmenhören oder andere Wahrnehmungen, die grosse Angst auslösen

  • extreme Unruhe, Übererregung oder Aggressivität

  • mehrere Nächte ohne Schlaf und eine deutliche psychische Verschlechterung

  • eine Situation, in der Essen, Trinken oder die Einnahme notwendiger Medikamente nicht mehr möglich sind

  • ein vollständiger Zusammenbruch nach einem belastenden oder traumatischen Ereignis

Du musst selbst nicht beurteilen können, ob es sich bereits um einen Notfall handelt. Wenn du unsicher bist, darfst du trotzdem anrufen und die Situation schildern.

Was kann eine Krisenintervention tun?

Eine Krisenintervention ist für Situationen gedacht, in denen jemand kurzfristig professionelle Hilfe benötigt und eine reguläre Therapie oder ein späterer Arzttermin nicht ausreicht. Je nach Angebot kann eine Kriseninterventionsstelle:

  • die aktuelle Situation gemeinsam mit dir einschätzen

  • dir helfen, die nächsten Stunden oder Tage zu überstehen

  • mit dir einen Sicherheitsplan erstellen

  • medizinische oder psychiatrische Unterstützung organisieren

  • eine kurzfristige ambulante Behandlung anbieten

  • abklären, ob eine stationäre Aufnahme notwendig ist

  • Angehörige oder andere Bezugspersonen einbeziehen, wenn du das möchtest oder eine akute Gefährdung besteht

  • dir passende weiterführende Angebote vermitteln

In der Schweiz unterscheiden sich die zuständigen psychiatrischen Notfall- und Krisendienste je nach Kanton und Region. Du kannst dich an deinen Hausarzt, deine behandelnde Fachperson, eine psychiatrische Klinik oder die Notfallstation eines Spitals wenden. Bei akuter Lebensgefahr gilt immer die Nummer 144.

Eine regionale Übersicht findest du beispielsweise über die Adress- und Angebotssuche von Wie geht’s dir?. Für den Kanton Bern gibt es ausserdem auf psy.ch nach Regionen geordnete psychiatrische Notfallnummern für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche.

Hilfe in der Schweiz

Ich brauche sofort jemanden zum Reden

Die Dargebotene Hand: 143

Die Dargebotene Hand ist für Menschen da, die Sorgen haben, sich einsam fühlen, verzweifelt sind oder sich in einer Krise befinden.

  • Telefon: 143

  • rund um die Uhr erreichbar

  • anonym und vertraulich

  • zusätzlich Chat und Mailberatung

  • Chat täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr

  • das Angebot richtet sich an Erwachsene

Du musst nicht suizidal sein, um dort anzurufen. Du darfst dich auch melden, wenn du einfach jemanden brauchst, der dir zuhört und mit dir gemeinsam sortiert, was gerade los ist.

Für englischsprachige Menschen bietet Heart2Heart täglich von 18.00 bis 23.00 Uhr Unterstützung unter 0800 143 000 an.

Pro Juventute: 147

147 von Pro Juventute berät Kinder und Jugendliche bei kleinen und grossen Sorgen, Ängsten, Krisen und Problemen.

  • Telefon: 147

  • telefonisch rund um die Uhr erreichbar

  • kostenlos und vertraulich

  • der Anruf erscheint nicht auf der Telefonrechnung

  • WhatsApp täglich von 7.30 bis 22.00 Uhr

  • E-Mail an beratung@147.ch

  • Antworten auf WhatsApp und E-Mail normalerweise innerhalb von 24 Stunden

  • zusätzlicher Peer-Chat mit Gleichaltrigen zu bestimmten Zeiten

Wenn du sofort Hilfe brauchst, solltest du anrufen. WhatsApp, E-Mail und Peer-Chat eignen sich nicht für akute Notfälle.

Pro Mente Sana

Telefon: 0848 800 858

Pro Mente Sana bietet psychosoziale und juristische Beratung zu Fragen rund um psychische Gesundheit und psychische Erkrankungen.

Das Angebot richtet sich sowohl an Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen als auch an Angehörige und nahestehende Personen.

Du kannst dich unter anderem an Pro Mente Sana wenden bei:

  • persönlichen Krisen

  • der Suche nach passenden Unterstützungsangeboten

  • Fragen zur Wahl einer Therapie

  • Fragen zu Medikamenten oder einem Klinikaufenthalt

  • Fragen zu psychischen Erkrankungen

  • Entscheidungen rund um Arbeit, Wohnen oder Freizeit

  • rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung

Die Beratung ist kostenlos. Für das Telefongespräch gilt der normale Telefontarif.

Psychosoziale Telefonberatung

  • Montag bis Mittwoch von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 16.30 bis 19.30 Uhr

  • Donnerstag und Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr

Juristische Telefonberatung

  • Montag bis Mittwoch von 9.00 bis 12.00 Uhr

  • Donnerstag von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr

  • Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr

Pro Mente Sana bietet zusätzlich eine E-Beratung sowie eine kostenlose und anonyme Walk-in-Beratung in Zürich an.

Das Angebot ist nicht rund um die Uhr erreichbar und ersetzt bei einer akuten Selbst- oder Fremdgefährdung nicht den Sanitätsnotruf unter 144.

Ich brauche professionelle Hilfe, aber es besteht keine unmittelbare Lebensgefahr

Du kannst dich unter anderem an folgende Stellen wenden:

  • deine Hausärztin oder deinen Hausarzt

  • deine Psychotherapeutin oder deinen Psychotherapeuten

  • deine Psychiaterin oder deinen Psychiater

  • eine psychiatrische Ambulanz

  • eine Kriseninterventionsstelle in deiner Region

  • den psychiatrischen Notfalldienst deines Kantons

  • die Notfallstation eines Spitals

Auch wenn du noch keine Diagnose oder Behandlung hast, darfst du dich an eine dieser Stellen wenden.

Wie finde ich eine Therapeutin oder einen Therapeuten in meiner Region?

Psyfinder der FSP

Mit dem Psyfinder der Föderation der Schweizer Psycholog:innen kannst du qualifizierte Psychologinnen, Psychologen sowie psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten suchen. Die Suche lässt sich unter anderem nach Standort beziehungsweise Postleitzahl und weiteren Kriterien eingrenzen. In den Profilen findest du Angaben zu den angebotenen Leistungen und Fachgebieten.

ASP-Therapeutensuche

Die Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bietet ebenfalls eine Suche nach Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten an. Dabei kannst du unter anderem nach Region und weiteren passenden Kriterien suchen.

SBAP-Finder

Im SBAP-Finder kannst du nach Psychologinnen, Psychologen sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten suchen. Einige Profile enthalten Angaben zu Zielgruppen, Behandlungsformen, Onlineangeboten und aktuellen Wartezeiten.

Aepsy

Aepsy ist eine private Vermittlungsplattform für psychologische Beratung und Psychotherapie. Über ein Matching werden Fachpersonen vorgeschlagen, die zu den angegebenen Anliegen passen könnten. Je nach Fachperson sind Termine vor Ort oder online möglich.

Achte vor einer Buchung darauf, welche Kosten entstehen und ob eine Abrechnung über deine Krankenversicherung möglich ist.

PsyReg zur Überprüfung einer Qualifikation

Im staatlichen Psychologieberuferegister PsyReg kannst du überprüfen, ob eine Person über einen eidgenössisch anerkannten oder einen anerkannten ausländischen Weiterbildungstitel verfügt.

Bezahlt die Schweizer Grundversicherung eine Psychotherapie?

Das hängt davon ab, ob die Behandlung bei einer Psychiaterin beziehungsweise einem Psychiater oder bei einer psychologischen Psychotherapeutin beziehungsweise einem psychologischen Psychotherapeuten stattfindet.

Behandlung bei einer Psychiaterin oder einem Psychiater

Psychiaterinnen und Psychiater sind Ärztinnen und Ärzte mit einer fachärztlichen Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie.

Medizinisch notwendige psychiatrische und ärztlich durchgeführte psychotherapeutische Behandlungen gehören grundsätzlich zu den Leistungen der obligatorischen Grundversicherung. Dafür ist keine zusätzliche ärztliche Anordnung für Psychotherapie erforderlich.

Je nach gewähltem Versicherungsmodell musst du dich jedoch möglicherweise zuerst an deine Hausarztpraxis, eine HMO-Praxis oder die medizinische Beratung deines Telmed-Modells wenden. Informiere dich deshalb bei deiner Krankenversicherung über die Bedingungen deines Versicherungsmodells. Die Kosten werden über die Grundversicherung abgerechnet. Franchise und Selbstbehalt fallen wie bei anderen ärztlichen Behandlungen trotzdem an.

Behandlung bei einer psychologischen Psychotherapeutin oder einem psychologischen Psychotherapeuten

Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind keine Ärztinnen oder Ärzte. Damit ihre Behandlung über die Grundversicherung abgerechnet werden kann, ist grundsätzlich eine ärztliche Anordnung erforderlich. Zudem muss die behandelnde Fachperson zur Abrechnung über die obligatorische Grundversicherung zugelassen sein. Eine ärztliche Anordnung umfasst zunächst höchstens 15 Sitzungen. Bei Bedarf können weitere 15 Sitzungen angeordnet werden. Soll die Psychotherapie danach weitergeführt werden, ist eine Kostengutsprache der Krankenversicherung erforderlich. Auch hier werden Franchise und Selbstbehalt angerechnet.

 

Psychologische Beratung

Nicht jedes Gespräch bei einer Psychologin oder einem Psychologen ist automatisch eine Psychotherapie. Reine psychologische Beratung wird nicht grundsätzlich von der Grundversicherung bezahlt.

Kläre deshalb möglichst vor dem ersten kostenpflichtigen Termin:

  • Handelt es sich um Psychotherapie oder psychologische Beratung?

  • Kann die Fachperson über die Grundversicherung abrechnen?

  • Benötige ich eine ärztliche Anordnung?

  • Muss ich aufgrund meines Versicherungsmodells zuerst meine Hausarztpraxis, HMO-Praxis oder Telmed-Beratung kontaktieren?

  • Welche Kosten muss ich selbst übernehmen?

  • Werden versäumte Termine verrechnet?

Hilfe in Deutschland

Ich brauche sofort jemanden zum Reden

TelefonSeelsorge

Die TelefonSeelsorge Deutschland unterstützt Menschen in schwierigen Lebenslagen und psychischen Krisen.

Du darfst dort auch anrufen, wenn du nicht genau weisst, wie du deine Situation beschreiben sollst.

Nummer gegen Kummer

Die Nummer gegen Kummer bietet Beratung für Kinder und Jugendliche.

  • Kinder- und Jugendtelefon: 116 111

  • Montag bis Samstag von 14.00 bis 20.00 Uhr

  • kostenlos und anonym

  • zusätzlich Mailberatung

  • Chat Montag bis Donnerstag von 14.00 bis 20.00 Uhr

Die Mailberatung antwortet nach Angaben des Angebots normalerweise innerhalb von zwei Tagen. Bei einer akuten Gefahr ist sie deshalb nicht die richtige Anlaufstelle.

Für Eltern und andere Erziehungspersonen gibt es ausserdem das Elterntelefon: 0800 111 0 550

Die aktuellen Erreichbarkeitszeiten stehen auf der Website der Nummer gegen Kummer.

Ich brauche dringend ärztliche Hilfe, bin aber nicht unmittelbar in Lebensgefahr

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116117 erreichbar. Er ist für dringende gesundheitliche Probleme ausserhalb der regulären Sprechzeiten gedacht, die nicht bis zum nächsten Tag warten können, aber nicht unmittelbar lebensbedrohlich sind.

Bei akuter Lebensgefahr gilt immer 112.

Wie finde ich einen Therapieplatz?

Über 116117.de kannst du nach psychotherapeutischen Praxen in deiner Nähe suchen und einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde vereinbaren.

  • telefonisch unter 116117

  • über die Online-Arzt- und Psychotherapeutensuche

  • für eine erste psychotherapeutische Sprechstunde ist kein Vermittlungscode notwendig

  • in der Sprechstunde wird geklärt, welche Hilfe und Therapieform geeignet sein könnte

Wenn eine zeitnahe Behandlung erforderlich ist, kann die Praxis einen Vermittlungscode für eine Akutbehandlung oder probatorische Sitzungen ausstellen. Du kannst dich ausserdem an deine Krankenkasse oder die Psychotherapeutenkammer beziehungsweise Kassenärztliche Vereinigung deines Bundeslandes wenden.

Hilfe in Österreich

Ich brauche sofort jemanden zum Reden

Telefonseelsorge: 142

Die Telefonseelsorge Österreich unterstützt Menschen in Krisen und schwierigen Lebenssituationen.

  • Telefon: 142

  • rund um die Uhr

  • kostenlos und vertraulich

  • Sofortchat täglich von 16.00 bis 23.00 Uhr

  • WhatsApp-Beratung mit Antworten täglich zwischen 17.30 und 19.30 Uhr

  • Mailberatung mit einer Antwort innerhalb von ungefähr 48 Stunden

Bei einer akuten Gefahr solltest du nicht auf eine Antwort per WhatsApp oder E-Mail warten, sondern 144, 112 oder 142 anrufen.

 

Rat auf Draht: 147

Rat auf Draht ist die österreichische Notrufnummer für Kinder und Jugendliche sowie deren Bezugspersonen.

  • Telefon: 147

  • rund um die Uhr

  • kostenlos und anonym

  • zusätzlich Onlineberatung

Ö3-Kummernummer

  • Telefon: 116 123

  • täglich von 16.00 bis 24.00 Uhr

Die Kummernummer bietet Unterstützung bei Sorgen, Einsamkeit und persönlichen Krisen.

Ich brauche psychiatrische oder medizinische Hilfe

Bei akuter Lebensgefahr:

  • Rettung: 144

  • Europäischer Notruf: 112

Für eine telefonische Einschätzung gesundheitlicher Beschwerden gibt es ausserdem:

  • Gesundheitsberatung: 1450

  • rund um die Uhr

Die Gesundheitsberatung kann dir sagen, welche medizinische Anlaufstelle in deiner Situation geeignet ist. Sie ersetzt bei unmittelbarer Lebensgefahr nicht den Rettungsdienst. Das österreichische Gesundheitsportal führt ausserdem Notrufnummern und Krisenangebote auf.

Gibt es Kriseninterventionsstellen?

Das Kriseninterventionszentrum Wien unterstützt Menschen in akuten psychosozialen Krisen.

  • Telefon: 01 406 95 95

  • Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr

  • telefonische, persönliche und schriftliche Beratung

  • kurzfristige Erstgespräche nach telefonischer Vereinbarung

Für Wien gibt es zusätzlich den Sozialpsychiatrischen Notdienst:

  • Telefon: 01 313 30

  • täglich rund um die Uhr

  • psychiatrische Soforthilfe im Krisenfall

Eine Übersicht über Krisenangebote in den verschiedenen Bundesländern findest du über das österreichische Gesundheitsportal.

Wie finde ich eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten?

Über die Psychotherapeutensuche des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie kannst du nach Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten suchen. Für klinische Psychologinnen und Psychologen gibt es unter anderem die Onlinesuche Psychnet des Berufsverbands Österreichischer Psychologinnen und Psychologen. Weitere offizielle Suchmöglichkeiten findest du über die Gesundheitssuche des österreichischen Gesundheitsportals.

Frage vor Behandlungsbeginn nach:

  • freien Therapieplätzen

  • möglichen Wartezeiten

  • fachlichen Schwerpunkten

  • Kosten pro Sitzung

  • Kassenplätzen oder Kostenzuschüssen

  • Voraussetzungen für eine Rückerstattung

  • Online- oder Vor-Ort-Terminen

 

Was sage ich, wenn ich nicht weiss, wie ich anfangen soll?

Du musst deine Situation nicht perfekt erklären können. Ein einfacher Satz genügt, zum Beispiel:

„Mir geht es psychisch sehr schlecht und ich weiss nicht, was ich jetzt tun soll.“

„Ich habe Gedanken, mir etwas anzutun, und brauche Hilfe.“

„Ich habe Angst, allein zu bleiben.“

„Ich bin nicht unmittelbar in Lebensgefahr, aber ich merke, dass ich dringend Unterstützung brauche.“

„Ich suche eine Therapie und weiss nicht, wo ich anfangen soll.“

Die Person am anderen Ende kann dir Fragen stellen und gemeinsam mit dir herausfinden, was als Nächstes notwendig ist.

Was kann ich tun, wenn Telefonieren für mich schwierig ist?

Wenn Telefonieren gerade nicht möglich ist, kannst du:

  • einen Chat oder eine Mailberatung nutzen

  • eine vertraute Person bitten, gemeinsam mit dir anzurufen

  • der Person vorher aufschreiben, was sie sagen soll

  • deiner Hausarztpraxis eine E-Mail schreiben

  • persönlich zu einer Notfallstation gehen

  • beim Anruf zunächst nur sagen: „Mir fällt das Sprechen gerade sehr schwer.“

Bei einer unmittelbaren Gefahr solltest du jedoch nicht auf eine Antwort per E-Mail, WhatsApp oder Chat warten.

Was kann ich tun, wenn ich mir Sorgen um eine andere Person mache?

Vielleicht bemerkst du, dass sich jemand stark zurückzieht, ungewöhnlich verhält, kaum noch erreichbar ist oder immer wieder davon spricht, nicht mehr zu können. Vielleicht hast du auch den Eindruck, dass die Person sich selbst etwas antun könnte. Du musst nicht sicher wissen, wie ernst die Situation ist, bevor du reagierst. Wenn du ein ungutes Gefühl hast, darfst du nachfragen und Unterstützung holen.

Wie spreche ich die Person darauf an?

Sprich die Person möglichst ruhig und ohne Vorwürfe an. Beschreibe, was dir aufgefallen ist, und frage offen nach, wie es ihr geht. Du könntest zum Beispiel sagen:

„Ich mache mir Sorgen um dich, weil du dich in letzter Zeit sehr zurückziehst. Wie geht es dir wirklich?“

„Du wirkst auf mich gerade sehr verzweifelt. Möchtest du mir erzählen, was los ist?“

„Ich habe das Gefühl, dass es dir im Moment sehr schlecht geht. Kann ich etwas für dich tun?“

Versuche zuzuhören, ohne die Gefühle der Person kleinzureden oder sofort Lösungen anzubieten. Sätze wie „Du hast doch so viel, wofür du dankbar sein kannst“ oder „Andere haben es noch schlimmer“ können dazu führen, dass sich die Person noch weniger verstanden fühlt.

Hilfreicher können Sätze sein wie:

„Danke, dass du mir das erzählst.“

„Du musst damit gerade nicht allein bleiben.“

„Ich weiss vielleicht nicht genau, was du brauchst, aber ich bleibe bei dir und wir suchen gemeinsam nach Hilfe.

Darf ich direkt nach Suizidgedanken fragen?

Wenn du befürchtest, dass die Person suizidgefährdet sein könnte, darfst und solltest du direkt danach fragen.

Zum Beispiel:

„Denkst du gerade daran, dir etwas anzutun?“

„Hast du Gedanken, nicht mehr leben zu wollen?“

„Hast du bereits überlegt, wie oder wann du es tun würdest?“

Eine direkte Frage zeigt der Person, dass sie offen darüber sprechen darf. Nimm entsprechende Aussagen immer ernst, auch wenn du nicht einschätzen kannst, ob die Person ihre Gedanken tatsächlich umsetzen würde.

Wann handelt es sich um einen akuten Notfall?

Sofortige Hilfe ist besonders wichtig, wenn die Person:

  • ankündigt, sich selbst oder einer anderen Person etwas anzutun

  • einen konkreten Plan, einen Zeitpunkt oder bereits die notwendigen Mittel hat

  • sich bereits verletzt oder etwas eingenommen hat

  • sich nicht mehr glaubhaft von ihren Suizidgedanken distanzieren kann

  • stark verwirrt, nicht mehr ansprechbar oder deutlich realitätsfern wirkt

  • Stimmen hört, die ihr etwas Gefährliches befehlen

  • sich in einem Zustand extremer Erregung oder Aggressivität befindet

  • plötzlich nicht mehr erreichbar ist, nachdem sie suizidale Absichten geäussert hat

  • sich verabschiedet, persönliche Dinge verschenkt oder letzte Angelegenheiten regelt und gleichzeitig sehr verzweifelt wirkt

Wenn du eine unmittelbare Gefahr vermutest, rufe den Rettungsdienst:

  • Schweiz: 144

  • Deutschland: 112

  • Österreich: 144 oder 112

  • Europäische Notrufnummer: 112

Teile der Notrufzentrale möglichst genau mit:

  • wo sich die Person vermutlich befindet

  • was sie gesagt oder geschrieben hat

  • ob sie einen konkreten Plan genannt hat

  • ob Medikamente, Waffen oder andere gefährliche Gegenstände vorhanden sein könnten

  • ob sie bereits etwas eingenommen oder sich verletzt hat

  • ob du selbst bei der Person bist

Wenn du die genaue Adresse nicht kennst, gib alle Informationen weiter, die du hast. Die Notrufzentrale kann dir sagen, was als Nächstes zu tun ist.

Was mache ich, bis professionelle Hilfe eintrifft?

Wenn es ohne Gefahr für dich selbst möglich ist:

  • bleibe bei der Person oder halte telefonisch Kontakt

  • höre ruhig zu

  • diskutiere nicht darüber, ob ihre Gefühle berechtigt sind

  • mache keine Vorwürfe

  • verspreche nicht, alles geheim zu halten

  • informiere eine weitere vertraute Person

  • entferne Medikamente oder gefährliche Gegenstände nur, wenn das sicher möglich ist

  • befolge die Anweisungen der Notrufzentrale

Bringe dich dabei niemals selbst in Gefahr. Wenn die Person aggressiv ist, eine Waffe besitzt oder du dich unsicher fühlst, gehe auf Abstand und verständige sofort die Polizei beziehungsweise den Notruf.

Was ist, wenn die Person keine Hilfe möchte?

Wenn keine unmittelbare Gefahr besteht, kannst du die Person nicht zu einem Gespräch oder einer Therapie zwingen. Du kannst ihr jedoch konkrete Unterstützung anbieten.

Zum Beispiel:

  • gemeinsam eine Beratungsstelle anrufen

  • beim Vereinbaren eines Arzttermins helfen

  • passende Adressen heraussuchen

  • sie zu einem Termin begleiten

  • während eines Telefonats bei ihr bleiben

  • später nochmals nachfragen, wie es ihr geht

Bei einer akuten Selbst- oder Fremdgefährdung solltest du auch dann den Notruf verständigen, wenn die Person das nicht möchte. Du musst eine solche Situation nicht allein beurteilen oder tragen.

Darf ich selbst bei einer Beratungsstelle anrufen?

Ja. Viele Krisendienste, Beratungsstellen und psychiatrische Notfalldienste beraten auch Angehörige, Freunde und andere besorgte Personen.

Du kannst dort schildern:

  • was du beobachtet hast

  • was die Person gesagt oder geschrieben hat

  • wie lange die Veränderung bereits besteht

  • ob du eine akute Gefahr vermutest

  • welche Unterstützung bereits vorhanden ist

Die Fachpersonen können mit dir besprechen, wie dringend die Situation sein könnte und welcher nächste Schritt geeignet ist.

 

Auch die folgenden Angebote kannst du nutzen, wenn du dir Sorgen um eine andere Person machst:

  • Schweiz: 143, Die Dargebotene Hand

  • Schweiz, für Kinder und Jugendliche: 147, Pro Juventute

  • Deutschland: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, TelefonSeelsorge

  • Deutschland, bei Sorgen um Kinder oder Jugendliche: 116 111, Nummer gegen Kummer

  • Österreich: 142, Telefonseelsorge

  • Österreich, für Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen: 147, Rat auf Draht

Bei unmittelbarer Gefahr sind diese Beratungsangebote kein Ersatz für den Rettungsdienst.

Was ist, wenn ich die Person nur aus dem Internet kenne?

Auch Aussagen in sozialen Netzwerken, Foren, Chats oder privaten Nachrichten solltest du ernst nehmen.

Wenn du eine unmittelbare Gefahr vermutest:

  • sichere Nachrichten, Benutzernamen und andere wichtige Angaben

  • nutze die Meldefunktion der jeweiligen Plattform für Suizid- oder Selbstverletzungsgefahr

  • verständige den Notruf, wenn du den Aufenthaltsort oder genügend Angaben zur Person kennst

  • versuche, den Kontakt aufrechtzuerhalten, ohne die gesamte Verantwortung allein zu übernehmen

Versprich der Person nicht, ihre Aussagen geheim zu halten. Sicherheit geht in einer akuten Gefahrensituation vor.

Und wer hilft mir als unterstützender Person?

Eine psychische Krise mitzuerleben kann auch für Angehörige und Freunde sehr belastend sein. Du darfst selbst Unterstützung annehmen, auch wenn du nicht die direkt betroffene Person bist.

Sprich mit einer vertrauten Person, einer Beratungsstelle oder einer Fachperson über das Erlebte. Du bist nicht allein dafür verantwortlich, die Krise eines anderen Menschen zu bewältigen oder rund um die Uhr verfügbar zu sein. Professionelle Hilfe zu organisieren ist kein Verrat, sondern kann in einer gefährlichen Situation notwendig sein.

Anlaufstellen für Angehörige und Freunde:

Schweiz

Stand by You für Angehörige und Vertraute 

Wenn du einem Menschen mit einer psychischen Erkrankung nahestehst und selbst Unterstützung brauchst, kannst du dich an Stand by You Schweiz wenden.

HelpLine: 0800 840 400

Das Angebot richtet sich an Angehörige und Vertraute von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Gespräche werden von Personen geführt, die selbst Erfahrungen als Angehörige oder Vertraute haben und für die Telefonbegleitung ausgebildet wurden.

Die Beratung ist:

  • kostenlos

  • anonym

  • speziell für Angehörige und Vertraute

  • telefonisch und per E-Mail erreichbar

Erreichbarkeit der HelpLine

  • Montag von 9.30 bis 19.00 Uhr

  • Dienstag von 10.00 bis 14.00 Uhr und von 17.00 bis 19.00 Uhr

  • Mittwoch von 10.00 bis 12.00 Uhr

  • Donnerstag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 15.30 Uhr

  • Freitag von 8.30 bis 18.00 Uhr

  • an öffentlichen Feiertagen geschlossen

E-Mail: helpline@stand-by-you.ch

Wenn die Leitungen besetzt sind, kannst du eine E-Mail schreiben. Stand by You gibt an, sich innerhalb von 48 Stunden zurückzumelden.

Bei einer unmittelbaren Selbst- oder Fremdgefährdung solltest du nicht auf einen Rückruf warten, sondern den Sanitätsnotruf unter 144 verständigen.

Ausserdem bietet ebenfalls die Pro Mente Sana Beratungen für Angehörige und nahestehende an.

Deutschland

SeeleFon für Angehörige

Das SeeleFon des Bundesverbands der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen richtet sich an Angehörige und andere nahestehende Personen. Dort kannst du dich melden, wenn du nicht weisst, wie du mit der psychischen Erkrankung oder Krise eines nahestehenden Menschen umgehen sollst, selbst stark belastet bist oder jemanden brauchst, der deine Situation versteht.

Die Beratung wird von Menschen aus der psychiatrischen Selbsthilfe durchgeführt, die selbst Erfahrungen als Angehörige haben.

Telefon: 0228 7100 2424

Erreichbarkeit

  • Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 20.00 Uhr

  • Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 18.00 Uhr

E-Mail: seelefon@bapk.de

Das Angebot kann anonym genutzt werden und die Gespräche werden vertraulich behandelt. Für das Telefongespräch können die üblichen Gebühren des eigenen Telefonanbieters anfallen.

Das SeeleFon bietet keine akute Krisenintervention und ersetzt bei unmittelbarer Gefahr nicht den Notruf unter 112.

PEER4U für junge Angehörige

PEER4U ist eine anonyme und kostenlose Chat- und Mailberatung für junge Menschen, die eine psychisch erkrankte oder psychisch belastete Person in ihrem Umfeld haben. Die Beratung wird von jungen Angehörigen und Betroffenen durchgeführt, die ähnliche Situationen aus eigener Erfahrung kennen.

E-Mail: beratung@peer-for-you.de

Die aktuellen Chatzeiten findest du direkt auf der Website.

Selbsthilfegruppen für Angehörige

Über das Selbsthilfenetz Psychiatrie des Bundesverbands kannst du nach Selbsthilfegruppen für Angehörige und Betroffene in Deutschland suchen.

Österreich

HPE Österreich

HPE Österreich steht für „Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter“ und richtet sich an Angehörige, Freunde und andere nahestehende Personen.

Das Angebot umfasst:

  • persönliche Beratung

  • telefonische Beratung

  • Beratung per Video

  • schriftliche Onlineberatung

  • Informationen über psychische Erkrankungen

  • Selbsthilfegruppen und Gruppentreffen

  • regionale Angebote in allen österreichischen Bundesländern

Telefon: 01 526 42 02

Für kurze telefonische Informationsgespräche und zur Vereinbarung eines ausführlichen Beratungstermins ist HPE zu folgenden Zeiten erreichbar:

  • Montag von 10.00 bis 13.00 Uhr

  • Mittwoch von 10.00 bis 13.00 Uhr

  • Donnerstag von 10.00 bis 13.00 Uhr

E-Mail für Terminvereinbarungen: termin@hpe.at

Die Beratung ist kostenfrei. Über die Website kannst du ausserdem die zuständige regionale HPE-Stelle und Selbsthilfegruppen in deinem Bundesland finden. HPE ist kein rund um die Uhr erreichbarer Krisendienst. Bei unmittelbarer Selbst- oder Fremdgefährdung verständige die Rettung unter 144 oder den Notruf unter 112.

Verrückte Kindheit

Verrückte Kindheit richtet sich an Kinder und Jugendliche, deren Mutter oder Vater psychisch erkrankt ist, sowie an erwachsene Angehörige und Bezugspersonen. Das Angebot umfasst persönliche, telefonische und österreichweite Onlineberatung. Für Jugendliche ab 12 Jahren und erwachsene Bezugspersonen sind Gespräche vor Ort, telefonisch oder per Video möglich.

Telefon: 01 526 42 02

E-Mail: vk@hpe.at

Die Beratung ist kostenlos. Zusätzlich gibt es eine anonyme, passwortgeschützte Mailberatung sowie Informationen über regionale Angebote für Kinder psychisch erkrankter Eltern und ihre Familien.

Wichtiger Hinweis

Diese Seite dient ausschliesslich der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine medizinische, psychiatrische, psychologische oder psychotherapeutische Beratung, Untersuchung oder Behandlung.

Die hier aufgeführten Angebote werden von unabhängigen externen Organisationen betrieben. Ich habe keinen Einfluss auf deren Erreichbarkeit, Arbeitsweise, Datenschutz, Kosten, Qualität oder die Richtigkeit und Aktualität ihrer Angaben. Für die Inhalte verlinkter Seiten und die Leistungen externer Stellen übernehme ich keine Haftung.

Telefonnummern, Öffnungszeiten und Angebote können sich verändern. Bitte überprüfe die aktuellen Angaben nach Möglichkeit direkt auf der Website der jeweiligen Organisation.

Stand dieser Seite: August 2026

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